Leichter gesagt als getan, werden an dieser Stelle diejenigen einwenden, die insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten morgens im Dunkeln zur Arbeit und abends ebenfalls im Düsteren wieder nach Hause fahren müssen. Mitunter dauern ja auch Touren tagsüber wegen Verkehrsbehinderungen länger als geplant und man ist gezwungen, die restliche Wegstrecke bei schlechtem Licht zurückzulegen. Diesen Autofahrern stellt sich die Frage, was man tun kann oder sollte, um abends bzw. nachts entspannter und sicherer heimzukommen.

„Wo alles dunkel ist, macht Licht“, heißt es in einem Gedicht. Das klingt zunächst banal. Doch tatsächlich ist es einer der wichtigsten Tipps für sichere Fahrten im Dunkeln, auf eine gut funktionierende Beleuchtung am Fahrzeug zu achten. Nicht nur, damit man selbst besser sieht, sondern auch, dass man besser von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird. Alle, vor denen nachts schon einmal scheinbar aus dem Nichts ein lediglich mit „Funzeln“ beleuchtetes Fahrzeug aufgetaucht ist, wissen, wovon hier die Rede ist: Solche Situationen münden nur allzu oft in riskante, „wütende“ Vollbremsungen.

Wegen der Bedeutung guter Fahrzeugbeleuchtung in der sogenannten dunklen Jahreszeit für die Verkehrssicherheit führen zum Beispiel Automobilclubs und Technische Überwachungsorganisationen in der Regel im Herbst Lichttests durch. Im Rahmen dieser Checks können Autofahrer meist kostenlos die Lichtanlage an ihrem Fahrzeug überprüfen und gegebenenfalls auch korrekt einstellen lassen. Letzteres ist notwendig, um zu vermeiden, dass mit falsch justiertem Frontlicht entgegenkommender Verkehr geblendet wird.

Eine Voraussetzung für einwandfreie Fahrzeugbeleuchtung, auf die Autofahrer selbst achten müssen, sind saubere Scheinwerfer sowie Rückleuchten, Blinker und Bremsleuchten. Sind diese mit einer Schmutzschicht überzogen, werden sie für andere Verkehrsteilnehmer schlechter sichtbar. Dreck und Schmutz sollten auch von den Scheiben entfernt werden, um die Sicht im Dunkeln nicht noch zusätzlich zu verschlechtern. Unsaubere Scheiben sowie Schlieren von den Scheibenwischern auf der Windschutzscheibe können darüber hinaus bei Gegenlicht massive Blendungen bis hin zu dem gefürchteten „Blindflug“ verursachen. Deshalb sollte man auf keinen Fall an Frostschutzmittel und Reiniger in dem Tank der Scheibenwischanlage sparen. Und noch ein guter Rat in dem Zusammenhang: Es bringt viel für eine gute Sicht, Autoscheiben ebenfalls von innen zu säubern!

Sehr hilfreiche Unterstützung können Autofahrer bei Fahrten im Dunkeln von den Assistenzsystemen ihres Fahrzeugs bekommen. Diese können die Augen der Person am Steuer zwar noch nicht vollständig ersetzen, aber immerhin deutlich entlasten. So kann etwa Dynamisches Licht für eine bessere Ausleuchtung sorgen, der Spurhalteassistent den Fahrer davor bewahren, auf „Abwege“ zu geraten, und der Notbremsassistent im Ernstfall gravierende Unfälle verhindern. Deshalb sollte sich ein Autofahrer der Unterstützung der vorhandenen Assistenzsysteme versichern, indem er sie aktiviert, ohne sich jedoch vollständig nur auf sie zu verlassen. 

Selbst wenn man mit einer „ganzen Kompanie“ von elektronischen Helfern unterwegs ist, gilt dennoch immer noch die eherne Regel: Geschwindigkeit den Sichtbedingungen anpassen! Konkret bedeutet dies, die Fahrtgeschwindigkeit so zu wählen, dass man innerhalb der einsehbaren Strecke anhalten kann. So will es § 3 Abs. I, S. 4 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Doch gegen dieses Gebot verstoßen viele Autofahrer – insbesondere bei Dunkelheit und ohne es zu wissen. Denn wie Experten erläutern, reicht das normale Abblendlicht vielfach nur so weit, dass höchstens Tempo 70 zulässig ist. Dagegen werden insbesondere nachts auf Landstraßen, wo meist keine anderen Lichtquellen als die Fahrzeugscheinwerfer für Beleuchtung sorgen, vielfach deutlich höhere Geschwindigkeiten gefahren. Somit verstößt man ganz klar gegen das sogenannte Sichtfahrgebot.

Eine weitere sicherheitsfördernde Maßnahme besteht in der simplen Empfehlung, bei Nachtfahrten noch öfter eine Pause einzulegen als ohnehin ratsam wäre. Denn das Fahren bei Dunkelheit erfordert hohe Konzentration und ermüdet damit schneller. Da brauchen Körper und Geist nach kürzerer Zeit eine Erholungspause als sonst.

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