Ganz oben auf der Liste der häufigsten Verstöße gegen Verkehrsregeln, die der Verkehrsclub bei Autofahrern beobachtete, steht demnach der fehlende Schulterblick. Sei es, weil sie nicht daran denken oder weil es für sie unbequem ist: Nahezu jeder dritte Autofahrer vergewissert sich beim Abbiegen nicht vorher mit einem Blick über die Schulter nach hinten, dass dies ohne Behinderung oder Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs möglich ist. So geht etwa die Unfallforschung der Versicherer (UDV) davon aus, dass bei 90 Prozent der sogenannten Abbiegeunfälle den Autofahrer die Hauptschuld trifft: Fahrradfahrer werden vielfach übersehen.

Als weitere häufige „Sünden“ von Autolenkern registrierte der ACE unterlassenes Blinken, die Nutzung von Smartphones am Steuer, Fahren bei Rot und das Missachten der Vorfahrt anderer im Kreuzungsbereich.

In der Kategorie Fehlverhalten von Radfahrern listet der Verkehrsclub ganz oben den Trend auf, sich über das Gebot hinwegzusetzen, den Fußgängerüberweg freizuhalten. Nahezu jeder fünfte Radler hält sich demnach nicht an das Verbot, Fußgängerüberwege zu überfahren. Als weitere oft vorkommende „Nachlässigkeiten“ von Radfahrern bemängelt der ACE, dass vor dem Abbiegen kein entsprechender Hinweis mit dem Arm gegeben wird, Fahren bei Rotlicht an der Ampel sowie das Benutzen der Straße statt des Radweges an einer Kreuzung.

All diese Vergehen stellen nach Einschätzung des Verkehrsverbandes keine „Kavaliersdelikte“ dar, da sie zu einer erheblichen Gefährdung der Verkehrssicherheit führen. Daher appelliert der ACE auch an alle Verkehrsteilnehmer, mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen und die Straßenverkehrsregeln zu befolgen.

Wichtige Ursachen für das Fehlverhalten von Auto- sowie Radfahrern sieht der Club jedoch nicht nur in mangelnder Rücksichtnahme und fehlender Akzeptanz der einschlägigen Vorschriften, sondern insbesondere auch in Ablenkung durch das Smartphone oder Kopfhörer. „Blindes“ Verlassen auf technische Assistenten beschwört demnach ebenfalls immer wieder riskante Situationen im Straßenverkehr herauf. Doch selbst modernste Assistenzsysteme können den Schulterblick nicht ersetzen, wie der Leiter der bundesweiten ACE-Verkehrssicherheitskampagne „Fahr mit Herz!“, Bruno Merz, betont. Er warnt: „Ob aus Zeitnot oder Bequemlichkeit, Ablenkung durch Smartphone oder Kopfhörer – jeder Verkehrsteilnehmer, der sich verleiten lässt, Regeln zu missachten und unaufmerksam unterwegs ist, riskiert seine Gesundheit und die anderer Menschen.“ Merz hebt zudem hervor, dass der Verband mit seiner Aktion „auf niemanden mit dem Finger zeigen“ wolle. Vielmehr gehe es darum, zu verdeutlichen, „was wir durch eigenes Verhalten und Einhaltung der Spielregeln tun können, damit der städtische Verkehr sicherer und fairer wird“.

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