Damit dieser nicht getrübt wird, ist es ratsam, dass beim Besorgen, Transport und Aufstellen der Maibäume zur Sicherheit einige Tipps beachtet werden. Zunächst sollte es sich von selbst verstehen, dass auch „verliebte Jungs“ sich nicht einfach in der Natur bedienen, sprich eine Birke im Wald absägen dürfen. Vielmehr macht sich, wer ohne Genehmigung einen Baum fällt, des sogenannten Baumfrevels schuldig und kann dafür wegen Sachbeschädigung und Diebstahl angezeigt werden. Stattdessen empfiehlt sich ein Anruf bei der jeweiligen Kommune oder direkt bei der zuständigen Forstverwaltung. Die geben Auskunft, wo ein frischer Maibaum zu erhalten ist. Meist kosten die auch nicht die Welt.

Auf Nummer sicher sollten „Maibaum-Verehrer“ unbedingt auch beim Transport der Birke gehen. Denn die wenigsten von ihnen können dazu auf einen Traktor mit Anhänger oder einen LKW zurückgreifen. Werden die Bäume stattdessen auf einem Dachträger zu ihrem Zielstandort gebracht, sind sie ordentlich festzuschnallen. Das bedeutet, dass der Maibaum auch beim Bremsen zu bleiben hat, wo er bleiben soll. Dazu muss er aber richtig vertäut sein. Richtet ein nicht ausreichend festgezurrter Baum dagegen Schäden an, muss der Fahrer des Transportfahrzeugs dafür geradestehen. Wenn sich in einem solchen Fall ein unsachgemäßer Transport als Schadensursache herausstellen sollte, kann es passieren, dass die Versicherung des Fahrers die Regulierung ablehnt. Im schlechtesten Fall können so hohe Schadenersatzforderungen zusammenkommen.

Zudem sollten sich die Maibaum-Verehrer darüber klar sein, dass die Polizei – bei allem Verständnis für Verliebte – wegen schlechter Erfahrungen insbesondere in der Mainacht auf der Hut ist: Das bedeutet, dass mit vermehrten Fahrzeug- und Alkoholkontrollen zu rechnen ist. Keine Sorgen muss sich in einem solchen Fall machen, wer nüchtern am Steuer sitzt und einige Grundregeln für den Transport berücksichtigt hat: So dürfen Fahrzeuge mit Ladung eine Höhe von 4 Metern und eine Breite von 2,55 m, bei PKW 2,50 m nicht überschreiten. Der Baum hat vorne nicht über das Fahrzeug hinauszuragen. Erst ab einer Fahrzeughöhe von 2,50 m darf er vorn 50 cm überstehen. Die Gesamtlänge von Fahrzeug oder Zug insgesamt ist auf 20,75 m begrenzt. Bei Fahrstrecken bis 100 km darf der Maibaum über das Fahrzeugheck bis zu 3 m hinausragen. Ab 1 m Überhang ist hinten zur Warnung eine 30 mal 30 cm große rote Fahne oder ein entsprechendes Schild anzubringen. Bei Dunkelheit bzw. verdeckter Fahrzeugbeleuchtung muss eine ausreichende Beleuchtung sichergestellt sein.

Ist der Maibaum am Bestimmungsort angekommen, sollte er auch an dem betreffenden Haus so gut wie möglich befestigt werden. Denn schließlich soll er dort ja eine Weile stehen bleiben, anstatt beim kleinsten Luftzug umzukippen und möglicherweise jemand zu verletzen. Einschlägige Vereine empfehlen ferner, als Schmuck für die Birken wasserfestes Kreppband zu verwenden, damit die Hauswand nicht nach Regen unerwünscht farblich „verziert“ ist.

Der Ursprung der Maibaum-Tradition ist übrigens umstritten. Als eine Herkunft dieses Brauchtums wird die Verehrung der alten Germanen für Waldgötter angenommen. Im Laufe der Jahrhunderte soll dieser ursprünglich heidnische Brauch dann von den Christen übernommen worden sein und bis heute in Form des persönlichen Maibaums am Haus der geliebten Dame oder auch als Mai- bzw. Pfingstbaum auf dem Dorf- oder Gemeindeplatz weiterleben. Mit der Gleichberechtigung der Geschlechter soll sich zudem in den vergangenen Jahren der Trend etabliert haben, dass Frauen in Schaltjahren ihrerseits ihrem „Traumprinz“ einen Maibaum setzen. Im Jahr 2020 wäre dies dann wieder soweit…

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