Die hohen Aufwendungen der Versicherer sind nach Auskunft ihres Dachverbandes dem Anstieg der durchschnittlichen Entschädigung pro Fahrrad auf 600 Euro geschuldet. Auch dies stellt demnach einen neuen Rekordwert dar: Denn 2015 mussten die Versicherungen für ein gestohlenes Fahrrad demnach im Mittel noch 570 Euro aufwenden, gar nicht zu reden vom Jahr 1998, als die durchschnittliche Entschädigungssumme pro Fahrrad bei 360 Euro lag.

Wie aber sichert bzw. versichert man sein Rad am besten? Das eine hat durchaus mit dem anderen zu tun, denn die Versicherungen erwarten von ihren Kunden, dass sie es Fahrraddieben möglichst schwer machen. Gänzlich ausschließen lässt sich ein Entwenden allerdings kaum. Um ein Bike angemessen vor Diebstahl zu schützen, reicht es nicht, Vorder- und Hinterrad mit einem Kabelschloss zusammenzuketten, und sei dieses auch noch so stabil. Denn so lässt sich das Rad dennoch wegtragen. Deshalb muss das Rad nicht nur abgeschlossen, sondern auch angeschlossen werden: und zwar an möglichst fest im Boden verankerten Gegenständen.

Dazu empfehlen Fachleute Bügelschlösser und schwere Panzerkabel- oder Kettenschlösser. Letztgenannte haben dabei den Vorteil, flexibler zu sein. Die Schließmechanismen sind bei den genannten Produkten ähnlich stabil, wenn es sich um hochwertige Ware handelt. Und solche sollten es schon sein und kein „Billigramsch“ aus dem Angebot, will man sein Fahrrad wirkungsvoll vor Dieben schützen. Insbesondere bei teuren, hochwertigen Bikes raten die Experten, rund zehn Prozent des Kaufpreises für das Rad in ein massives Ketten- oder Bügelschloss zu investieren. Von Rahmen- oder dünnen Spiralkabelschlössern wird wegen mangelnder Wirksamkeit ohnehin abgeraten. Grundsätzlich gilt auch für die Sicherung eines Fahrrades: Je länger ein Dieb für den Raub braucht, desto eher lässt er davon ab.

Zusätzlich zu den mechanischen Sicherungen gibt es unterdessen auch sogenannte smarte Schlösser, die bei Gefahr für das Rad dem Besitzer eine entsprechende Nachricht auf sein Mobilphone schicken, die beim Versuch eines Diebstahls ein lautes Alarmsignal abgeben oder gar ein Gasgemisch absondern, das bei einem Übeltäter Brechreiz und Übelkeit verursachen soll. Doch noch liegen keine Erkenntnisse dazu vor, inwieweit solche Produkte potenzielle Diebe tatsächlich abschrecken können.

In jedem Fall auf der sicheren Seite sind die Fahrradbesitzer, die ihren „Drahtesel“ ausreichend versichert haben. Bei Diebstählen aus einem Haus, einer Wohnung oder einem abgeschlossenen Keller tritt die Hausratversicherung ein. Da die meisten Räder jedoch auf offener Straße geklaut werden, ist es ratsam, sich dagegen mit einer Zusatzklausel in der Hausratpolice abzusichern. Laut GDV enthalten von den insgesamt abgeschlossenen rund 26 Millionen Hausratversicherungsverträgen mehr als 40 Prozent eine Fahrradklausel. Für teure Bikes ist eine eigenständige Fahrradversicherung ratsam, weil sie in der Regel eine höhere Versicherungssumme aufweist als eine Hausratversicherung.

Um ein entwendetes Rad problemlos bei der Polizei – das ist als Erstes nötig – und bei seinem Versicherer melden zu können, empfiehlt es sich, die Rechnung über den Radkauf gut aufzuheben, sich die Rahmennummer zu notieren und individuelle Kennzeichen zu vermerken: wie etwa Marke, Lackierung, Zubehör etc. Schaden kann es auch nicht, gegebenenfalls ein Foto des abhandengekommenen Fahrrades vorweisen zu können. Eine lohnende Maßnahme für den Fall der Fälle ist auch der Fahrradpass. Ein solches, mit allen Angaben zur Identifikation eines Rades vollständig ausgefülltes Dokument, vergrößert die Chance, sein gestohlenes Fahrrad wieder zurückzubekommen. Inzwischen gibt es auch einen polizeilichen Fahrradpass als kostenlose App für Smartphones. Darüber können bei einem Diebstahl alle relevanten Informationen über das Fahrrad an Polizei und Versicherung weitergeleitet werden.

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