Dennoch weist der Langzeittrend in diesem Bereich nahezu ungebrochen nach unten. So wurden im Jahr 2000 mit 83.063 Fahrzeugen noch fast dreimal so viele entwendet wie 2020. Dieser grundsätzlich erfreulichen Entwicklung steht allerdings nach wie vor eine relativ niedrige Aufklärungsquote von knapp 34 Prozent gegenüber. Die Polizeiliche Kriminalstatistik sagt hierzu konkret aus, dass die Polizei 2020 lediglich 7.986 erfasste Diebstähle aufklären konnte. Das waren 122 Delikte oder 1,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Wird ein Auto gestohlen, ersetzt eine Teilkaskoversicherung den entstandenen Schaden. Somit werden auch Versicherte mit einer Vollkaskoversicherung entschädigt, da Teilkasko in einem Vollkasko-Tarif inbegriffen ist. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt hat ein Autodiebstahl keinen Einfluss, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) betont.

Als beliebteste Fahrzeuge bei den Dieben ermittelten die Statistiker von Polizei und Versicherungswirtschaft die auch von den Autokunden sehr geschätzten SUV. Bei den am häufigsten gestohlenen Marken stehen nach absoluten Zahlen Volkswagen, Audi, BMW inklusive Mini und Mercedes Benz ganz vorn im Ranking. 

Die zweifelhafte Ehre als Nummer Eins unter den Hochburgen der Autodiebe fiel im vergangenen Jahr erneut Berlin zu. Die Bundeshauptstadt „verteidigte“ mit 119,9 gestohlenen Kraftwagen je 100.000 Einwohner ihre Spitzenposition unter den Bundesländern in diesem Segment. Auf den Plätzen dahinter folgten Brandenburg mit 71,2 entwendeten Kfz, Hamburg mit 70,0, Bremen mit 42,3, Sachsen-Anhalt mit 41,2 und Sachsen mit 37,3. Am vergleichsweise sichersten sind Autobesitzer demnach in Süddeutschland, insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern. Jene Bundesländer wiesen 2020 in Relation die wenigsten Autodiebstähle je 100.000 Einwohner auf: 10,9 in Baden-Württemberg und 11,5 in Bayern. Ebenfalls gut kommen in der Autoklau-Statistik Hessen mit 15,1, Rheinland-Pfalz mit 18,8 und Mecklenburg-Vorpommern mit 20,6 Delikten je 100.000 Bürger weg. Grundsätzlich seien als örtliche Schwerpunkte beim Kfz-Diebstahl überwiegend Ballungsräume auszumachen, stellt die Polizei fest.

Sie weist zudem darauf hin, dass ein Diebstahl jederzeit passieren kann. Somit gibt es demnach auch keine „tatkritischen Zeiten“ beim Kfz-Diebstahl. Zum Schutz vor Autodieben raten die Experten dringend dazu, immer beim Verlassen des Autos die Zündschlüssel zu ziehen, alle Fenster, Türen, Kofferraum und Schiebedach zu schließen und auch abzuschließen. Dies gilt demnach ebenfalls, wenn man sein Fahrzeug nur kurz verlässt, etwa um am Kiosk nur schnell eine Kleinigkeit zu besorgen. Denn ein solcher kurzer Moment kann geübten Dieben schon ausreichen, um an ihr Ziel zu gelangen. Zudem sollte man darauf achten, dass beim Abziehen des Zündschlüssels immer das Lenkradschloss einrastet und die Diebstahlwarnanlage, so das Auto darüber verfügt, in Betrieb ist. Zur Vorsorge vor Tankräubern empfiehlt die Polizei ferner, den Tankdeckel regelmäßig zu verschließen.

Als weitere Vorsichtsmaßnahmen gegen Autodiebe ist es außerdem ratsam, insbesondere hochwertige Fahrzeuge möglichst nicht an dunklen, schlecht einsehbaren Stellen in „stillen“ Seitenstraßen zurückzulassen oder in ungesicherten Carports. Wer kann, sollte stattdessen unbedingt eine abschließbare Garage nutzen oder sein Auto wenigstens in gut beleuchteten und belebten Straßen abstellen. Zudem rät die Polizei, ein Auge auf verdächtige Personen zu haben sowie auf Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen, die scheinbar unbeteiligt langsam durch die Straßen „promenieren“. In solchen Fällen freuen sich die Ordnungshüter nach eigenen Angaben über ein notiertes Kennzeichen mit entsprechender Meldung an die Polizei. Darüber hinaus warnen die Kriminalpräventionsberater der Polizei vor Personen, die Fahrzeuge fotografieren. Dies kann nämlich bereits eine Vorbereitungshandlung für einen späteren Diebstahl sein, wie die Experten wissen. Denn speziell hochwertige Fahrzeuge werden oft „auf Bestellung“ gestohlen.

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