So weit, so gut. Andererseits stellt die Polizei aber auch fest, dass in Südost- und Osteuropa sowie im Nahen und Mittleren Osten weiterhin ein anhaltender Bedarf an Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen besteht. Daher erwartet sie für die Zukunft keine grundlegende Verbesserung bei der Kfz-Kriminalität. Zu dieser wenig erfreulichen Prognose trägt zudem bei, dass die Autodiebe immer professioneller werden, höchst flexibel sind und in netzwerkähnlichen kriminellen Strukturen agieren. Außerdem nutzen die Täter meist modernste technische Möglichkeiten zur Überwindung der marktüblichen Kfz-Sicherungseinrichtungen. Vor diesem Hintergrund und angesichts der weiterhin guten Absatzmöglichkeiten für entwendete Fahrzeuge und Fahrzeugteile hält das Bundeskriminalamt eine Wende zum Besseren beim Autoklau für unwahrscheinlich.

Was bedeutet dies nun für den einzelnen Fahrzeugbesitzer? Muss er „gottergeben“ abwarten, ob das Schicksal in Form eines Autoknackers ihn ebenfalls ereilt? Nein, sagen Präventionsexperten. Sie gestehen zwar auch ein, dass selbst umfassende Sicherungssysteme von professionellen Autodieben grundsätzlich überwunden werden können. Doch diesen Profis lässt sich die Arbeit erschweren und so möglicherweise der Bruch vermiesen: Wenn dem Täter nämlich der Aufwand dafür zu hoch erscheint, gibt er sein Vorhaben möglicherweise auf. Daher sollten Autobesitzer auf Sicherungsmaßnahmen wie Parkkralle, Lenkradsperre und Alarmanlage nicht verzichten. Für diese Sicherungen gilt zudem prinzipiell: je besser sie sichtbar sind, desto größer ist ihre abschreckende Wirkung.

Eine der einfachsten Vorsichtsmaßnahmen gegen Autodiebe besteht darin, auf den Standort des Wagens zu achten. Die beste Wahl ist hierbei immer noch die abgeschlossene Garage. Wer diese Alternative nicht zur Verfügung hat, sollte sein Fahrzeug zumindest nicht in wenig beleuchteten, schlecht einsehbaren und nicht belebten Seitenstraßen abstellen. Da die Täter ihre automobilen Opfer häufig vorher ausspionieren, lohnt es sich ebenfalls, auf Personen zu achten, die sich für das Auto „interessieren“. Da kann im Zweifel ein Anruf bei der Polizei ratsam sein.

Normalerweise ist die Versicherungsfrage bei einem Autodiebstahl eindeutig: Wenn das Auto geklaut wurde, ersetzt die Teil- oder Vollkaskoversicherung den entstandenen Schaden. Auch alles, was fest mit dem Auto verbunden ist, also Radio oder Navigationsgerät, wird von diesen Versicherungen abgedeckt. Als problematisch erwiesen sich in jüngster Zeit allerdings Fälle, bei denen die Kriminellen das Funksignal der Fahrzeugschlüssel manipulierten. Bei älteren Automodellen werden zudem häufig Störsender verwendet, um die Türverriegelung zu blockieren. Dabei entstehen in der Regel keine Einbruchspuren. Fehlen sie, muss die Versicherung prüfen, ob es sich nicht möglicherweise um einen Betrugsversuch handeln kann.

Stellt sich die Frage, wie man sich gegen solche Täter überhaupt absichern kann? Hierzu empfehlen Experten Sicherheits-Schlüsseletuis aus Metall, mit denen sich ein Ausspähen des Schlüsselsignals verhindern lässt. Die gleiche Wirkung erzielen Schlüsselmäppchen mit einer Sicherheitsfolie. Oft hilft auch schon simple Alufolie aus der heimischen Küche, um den Autoknackern ihr kriminelles Treiben zu erschweren.

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