Früher war nicht nur alles besser, sondern ältere Motoren verziehen auch eher, wenn sie nicht mit dem für sie vorgesehenen Kraftstoff gefüttert wurden. So etwa bei dem häufigsten Tankfehler, wenn ein Dieselfahrzeug Benzin eingefüllt bekommt. Das kann bei kleinen Mengen Benzin schadlos bleiben. Vor Jahren war es sogar noch üblich, Autos mit einem konventionellen Dieselantrieb im Winter etwas Benzin beizumischen, um die Fließgeschwindigkeit des Kraftstoffs zu verbessern. Denn wenn draußen die Temperaturen immer tiefer sinken, reagiert Diesel darauf mit einem Aufflocken der Paraffine in dem Kraftstoff. Infolge dessen verliert er an Fließgeschwindigkeit und der Kraftstofffilter kann verstopfen. Deshalb bieten Tankstellen häufig ab Ende Oktober/Anfang November sogenannten Winterdiesel an, der Zusatzstoffe enthält, um den Kraftstoff auch bei größerer Kälte geschmeidig zu halten.

Moderne Dieselmotoren mit Common-Rail-Einspritzung hingegen reagieren auf Benzin im Sprit absolut „allergisch“: Da können schon kleine Mengen des falschen Kraftstoffs einen Austausch des kompletten Einspritzsystems erforderlich machen. Und eine solche Reparatur geht ins Geld! Daher gilt beim versehentlichen Betanken eines Dieselfahrzeugs mit Benzin in jedem Fall: Motor und auch Zündung auslassen. Wer dagegen einen älteren Wirbel- oder Vorkammer-Diesel ohne Direkteinspritzung fährt, muss sich meist nicht sorgen, wenn er dem Auto unbeabsichtigt eine kleine Menge Benzin eingefüllt hat. Das übersteht ein solcher Motor bei ausreichender Diesel-Restmenge meist unbeschadet.

Weniger häufig kommt falsches Betanken von Benzinern mit Diesel vor – nicht zuletzt deshalb, weil die Diesel-Einfüllstutzen heute in der Regel größer sind als die Tanköffnungen von Autos mit Benzinmotoren. Allerdings sind immer noch Fahrzeuge unterwegs, bei denen ein Tankirrtum Diesel statt Benzin möglich ist. In einer solchen Situation ist es ebenfalls ratsam, den Motor erst gar nicht anzulassen oder ihn schnellstmöglich abzuschalten, sobald man den Tankfehler erkannt hat. Denn auch hier kann es zu Beschädigungen der Einspritzung bzw. des Katalysators kommen. Zudem mindert Diesel die Klopffestigkeit von Benzinkraftstoff.

Wurde Normal/Super statt Super/Super plus getankt, ist ein Abpumpen des falschen Kraftstoffs meist nicht erforderlich. Allerdings sollte der Motor in einem solchen Fall nur noch sehr schonend gefahren und nicht gefordert werden: Also keine großen Beanspruchungen wie Vollgas, steile Bergauffahrten oder das Ziehen von schweren Anhägern. Außerdem empfiehlt es sich, so viel Benzin der richtigen Sorte nachzutanken wie möglich, um das Verhältnis der falschen Beimischung möglichst niedrig zu halten.

Wer irrtümlich E10- statt E5-Benzin getankt hat, muss ebenfalls vorsichtig sein, wenn sein Auto nicht für E10 zugelassen ist. Denn dadurch können auch gravierende Schäden hervorgerufen werden. Deshalb sollte man umgehend einen Blick in die Bedienungsanleitung des Herstellers werfen, um herauszufinden, ob das Fahrzeug grundsätzlich für E10 freigegeben ist. Andernfalls muss eventuell gleichfalls der falsche Kraftstoff abgepumpt werden. Nach Ansicht des ADAC kann es jedoch ausreichen, unverzüglich den Tank mit einer ethanolarmen Kraftstoffsorte (am besten Super Plus) aufzufüllen, um so wieder ein möglichst unkritisches Ethanol-Mischungsverhältnis zu bekommen.

Wie der Automobilclub feststellte, unterscheiden sich die Empfehlungen bei einem Tankirrtum je nach Hersteller und Modell zum Teil deutlich. Deshalb sollte man sich immer erst die entsprechenden Hinweise in der Bedienungsanleitung seines Fahrzeugs durchlesen, wenn aus Versehen der falsche Kraftstoff getankt wurde. Gegebenenfalls muss dann eine Werkstatt hinzugezogen werden.

Geld von der Versicherung ist bei einem Tankirrtum übrigens nicht zu erwarten. Denn in einem solchen Fall kommt der Versicherte seiner Sorgfaltspflicht nicht nach.

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