
Einige dieser Ratschläge dürften älteren Autofahrerinnen und Autofahrern durchaus bekannt vorkommen, wie die Tagesschau zu Recht feststellt. Denn nach der Ölkrise im Jahr 1974 hielten nicht nur Fahrschulen ihre Auszubildenden immer wieder zu „vorausschauendem Fahren“ an. Auch in den Medien und insbesondere bei Umweltpolitikern und Umweltorganisationen stand diese Fahrweise hoch im Kurs. Denn Autofahrerinnen und Autofahrer können mit einem optimierten Fahrstil ganz einfach bis zu 20 Prozent Kraftstoff sparen, wie der ADAC erst kürzlich erneut betonte. Damit schonen sie dann auch Umwelt und Klima.
Besonders sympathisch an der spritsparenden und umweltfreundlicheren Fahrweise ist, dass sie keinerlei zusätzlichen Aufwand erfordert. Nur ein paar einfache und einleuchtende Regeln sind zu beachten. Es beginnt damit, dass man sein Fahrzeug nicht erst eine Zeitlang „warmlaufen“ lässt, sondern gleich losfährt. Denn „Warmlaufen“ ist bei allen Automodellen seit etwa den 80er Jahren nicht mehr nötig, wie Allianz direct erläutert. Vielmehr steigert, den Motor warmlaufen zu lassen, den Spritverbrauch unnötig, belastet die Umwelt und erhöht außerdem das Risiko eines Motorschadens, so die Versicherung.
Schneller hochschalten
Der nächste wichtige Ratschlag, den nahezu alle Experten für verbrauchsorientierte Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer bereit haben, ist der, frühzeitig hochzuschalten. Man sollte möglichst mit niedriger Drehzahl unterwegs sein und erst dann zurückschalten, wenn der Motor ruckelt oder zu brummen beginnt, empfiehlt der ADAC. Auch bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe gibt es in der Regel Fahrprogramme (z. B. Eco), bei denen die Automatik früher hoch und später herunterschaltet. Dies senkt das Drehzahlniveau und dadurch den Spritverbrauch, erklärt der Automobilclub.
Der ADAC rät ferner dazu, den Motor auszuschalten, sobald eine Leerlaufzeit länger als 20 Sekunden dauert. So wie dies an vielen Bahnübergängen vorgeschrieben ist. Dazu merken die Experten des Autoclubs an, dass ein Motor eben auch Kraftstoff verbraucht, wenn das Fahrzeug nicht fährt. Wessen Fahrzeug über keine Start-Stopp-Automatik verfügt, der sollte selbst am Schlüssel drehen, empfiehlt nicht nur der ADAC.
Übereinstimmend legen die Fachleute Kraftfahrerinnen und Kraftfahrern gleichfalls nahe, Bremsvorgänge nach Möglichkeit zu vermeiden, stattdessen rechtzeitig den Fuß vom Gas zu nehmen und das Fahrzeug ausrollen zu lassen. Weil jeder Bremsvorgang, jedes Tippen auf die Bremse Energie vernichtet und damit Sprit kostet, wie die Tagesschau berichtet. Nutzen Sie vielmehr so lange wie möglich die Motorbremswirkung, regt der ADAC an.
Dem fügt Allianz direct hinzu, dass auch das Zurückschalten häufig gar nicht nötig ist. Sattdessen sollte man beim Autofahren unnötiges Runterschalten vermeiden, so die Versicherung. Weil jedes Zurückschalten Kraftstoff verbraucht. Denn: Immer, wenn man einen Gang zurückschaltet, muss man erneut auf das Gaspedal treten, um wieder an Geschwindigkeit zu gewinnen, heißt es zur Erklärung.
Ein weiterer verbrauchswirksamer Ratschlag der Experten, den Bewegungsmuffel vielleicht nicht so gern hören, lautet: Kurzstrecken vermeiden. Begründung: Ist der Motor noch kalt, benötigt das Auto am meisten Kraftstoff, wie die Allianz direct stellvertretend hervorhebt. Denn ein Motor muss erst warm werden, um den Sprit optimal zu verbrennen. Während der Zeit des Warmlaufens ist der Kraftstoffverbrauch somit am größten. Deshalb sollte man das Auto vor allem für Langstrecken verwenden und für kurze Strecken das Fahrrad nehmen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder zu Fuß gehen, raten die Fachleute.
Langsamer fahren
Sie weisen außerdem darauf hin, dass mit zunehmender Geschwindigkeit auch der Verbrauch und damit die Kosten nach oben gehen. Diesen Zusammenhang erläutert das Umweltbundesamt (UBA) an einem Beispiel: Fährt ein Auto mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h statt 120 km/h, spart es demnach auf gleicher Strecke rund 15 Prozent Kraftstoff bzw. Strom. Allianz direct macht hierzu folgende exemplarische Rechnung auf: Ein Mittelklasse-Auto kommt bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h normalerweise auf einen Verbrauch von rund 6 Litern pro 100 km. Bei einem Tempo von 160 km/h steigt der Verbrauch demnach auf rund 10 Liter pro 100 km. Wobei der tatsächliche Verbrauch im Einzelfall von Fahrzeug zu Fahrzeug differiert.
Erheblichen Einfluss auf den Verbrauch von Kraftfahrzeugen hat auch die Wahl der richtigen Reifen, wie die Fachleute betonen. Deshalb sollten Autofahrerinnen und Autofahrer möglichst die zur jeweiligen Jahreszeit passenden Reifen verwenden – und regelmäßig den empfohlenen Reifendruck checken. Denn schon ein um 0,5 bar zu niedriger Druck erhöhe den Energieverbrauch um rund fünf Prozent, führe zu vorzeitigem Reifenverschleiß und stelle darüber hinaus ein Sicherheitsrisiko dar, konstatiert das Umweltbundesamt. Die Bundesbehörde hebt in dem Zusammenhang insbesondere Winterreifen hervor: Sie verursachen mehr Rollwiderstand, nutzen sich schneller ab und erhöhen den Energieverbrauch um bis zu zehn Prozent, berichtet das UBA und rät deshalb, diese Reifen nur im Winter zu nutzen – gemäß der Faustregel „von Oktober bis Ostern“.
Diesen Tipps lassen sich noch weitere hinzufügen. Doch allein schon mit den genannten können Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer den Spritverbrauch ihrer Fahrzeuge im Portemonnaie spürbar reduzieren, sind sich die Experten einig.
Links
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/spritpreise-spritsparen-100.html?utm_source=firefox-newtab-de-de
- https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/tipps-zum-tanken/sprit-sparen-tipps/
- https://www.allianzdirect.de/kfz-versicherung/sprit-sparen-ratgeber/
- https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/sprit-sparen-kosten-fuer-benzin-diesel-reduzieren
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