Denn bei rund der Hälfte der gestohlenen Autos, genau 14.229, handelte es sich demnach um kaskoversicherte Pkw. Wird ein Auto gestohlen, ersetzt die Teilkaskoversicherung den entstandenen Schaden. Gleiches gilt für eine Vollkaskoversicherung, weil die von der Teilkasko abgedeckten Risiken automatisch in der Vollkasko inbegriffen sind. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt hat ein Autodiebstahl übrigens keinen Einfluss, wie der GDV betont. Laut seiner Statistik zahlten die Versicherer ihren Kunden für jeden Kfz-Diebstahl 2019 im Durchschnitt mehr als 19.600 Euro.

Besonders beliebt bei Autodieben sind der Kriminalstatistik zufolge SUV. Von dieser Fahrzeuggattung sind gleich sechs unter den zehn am häufigsten gestohlenen Modellreihen zu finden. Eine deutliche Verschiebung registrierten die GDV-Statistiker beim Alter der gestohlenen Pkw: Die Diebe entwendeten weniger Neuwagen und dafür mehr Fahrzeuge, die zwischen zwei und drei Jahre alt waren. Diesen Trend führt GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen insbesondere auf die Bemühungen der Autohersteller zurück, ihre schlüssellosen „Keyless-Entry“-Schließsysteme sicherer zu machen. Dagegen lasse sich die bei etwas älteren Modellen verwendete Schließtechnik, die auf Funkchips basiert, noch relativ einfach aushebeln, erläutert der GDV. Kein Wunder also, dass Diebe bevorzugt solche Wagen auswählen. Losgelöst davon stellte die Kriminalpolizei fest, dass Autodiebe inzwischen vermehrt auch Interesse für Old- und Youngtimer zeigen. Generell stehen unterdessen neben den SUV auch hochwertige Pkw und Kleintransporter im Fokus der Kriminellen.

Um sich gegen die Ganoven zu schützen, rät die Kriminalpolizei, hochwertige Fahrzeuge wenn möglich nicht am Straßenrand oder in ungesicherten Carports zu parken. Stattdessen gehören solche Gefährte in eine abschließbare Garage. Zumindest sollten derartige Autos oder auch Motorräder in gut beleuchteten und belebten Straßen abgestellt werden. Fast schon unnötig zu erwähnen, dass Fenster, Türen, Kofferraum und Schiebedach geschlossen werden sollten, selbst wenn man sich nur für kurze Zeit von seinem Fahrzeug entfernt. Und ein abgeschlossener Tankdeckel erschwere einem Dieb das Tanken zum „Nulltarif“, rät die Polizei. Demnach empfiehlt es sich ebenfalls, das Dach eines Cabrios zu schließen. Vor dem Verlassen des Autos ist zudem immer der Zündschlüssel abzuziehen – auch bei nur kurzer Abwesenheit. Denn nur so ist in der Regel die Wegfahrsperre aktiviert. Wichtig erscheint der Polizei auch der Hinweis, tunlichst regelmäßig das Lenkradschloss einrasten zu lassen. Und wenn das Fahrzeug mit einer Diebstahlwarnanlage ausgestattet ist, sollte man diese auch in Betrieb nehmen.

Aus Sicherheitsgründen verbietet es sich ferner, Ersatzschlüssel am oder im Fahrzeug zu verstecken. Denn die Diebe kennen selbst die vermeintlich cleversten Geheimfächer. Und die Rechtsprechung wertet das Zurücklassen eines Zweitschlüssels im Fahrzeug als grobe Fahrlässigkeit, die den Versicherer im Falle eines Auto-Diebstahls von der Leistung befreit!

Bei modernen Fahrzeugen mit Funk-Schließsystemen sollten die Besitzer ebenfalls darauf achten, den Schlüssel nie in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür abzulegen. Denn technisch versierte Diebe tricksen inzwischen auch solche Anlagen aus, indem sie das von dem elektronischen Schlüssel ausgesandte Signal verlängern, auslesen und damit dann das Fahrzeug öffnen sowie Alarmanlage und Wegfahrsperre deaktivieren. Und schon ist auch dieses Fahrzeug futsch.

Die Hochburg der Autodiebstähle in Deutschland ist übrigens Nordrhein-Westfalen. Dort kamen 2019 fast 6.230 Fahrzeuge „abhanden“. Gleich dahinter folgt auf Rang zwei Berlin mit 5.775 Diebstählen. Die Bundeshauptstadt darf sich auch mit dem zweifelhaften Titel der bundesdeutschen Diebstahl-Metropole schmücken – gemessen an der Zahl der Einwohner.

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