Der Parkplatzmangel an den Autobahnen bringt die Lkw-Fahrer häufig in arge Bredouille, insbesondere dann, wenn sie ihre gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einhalten wollen, aber nicht rechtzeitig Parkmöglichkeiten für ihr Fahrzeug finden. In dieser Situation werden dann zunehmend autobahnnahe Wohn- und Gewerbegebiete, Wald- oder Wiesenränder sowie inzwischen sogar immer mehr auch die Standstreifen der Autobahn unerlaubt zugeparkt. Diese Parkplatzsuche nervt die ohnehin unter Druck arbeitenden Fernfahrer. Zudem bringen ihre nicht ordnungsgemäß abgestellten Fahrzeuge sowie vielfach auch ihre unerfreulichen Hinterlassenschaften nach einer Übernachtung die Anwohner in Harnisch. Und die oft verkehrsbehindernd geparkten Lkw erweisen sich gerade nachts vielfach als eine Gefahrenquelle erster Ordnung, wie die wachsende Zahl der so entstandenen Unfälle ausweist.

Dabei könnten die direkt an Autobahnausfahrten gelegenen Autohöfe ohne größere Schwierigkeiten und zudem kostengünstiger als die Autobahn-Rastplätze ausgebaut werden, betont die VEDA. Nach der Untersuchung des Verbands bauen Bund und Länder zwar „mit ganz erheblichen Anstrengungen“ jedes Jahr im Mittel bis zu 1.500 neue Lkw-Parkplätze auf der Autobahn hinzu. Doch das reicht eben nicht. Zudem sei die Tendenz bei den Zubauten stark fallend, weil die großen und genehmigungsrechtlich einfacheren Potenziale überwiegend ausgeschöpft seien, stellt der Verband fest. Deshalb könnten nur noch mit meist mehrjährigem Aufwand überwiegend relativ kleine Lkw-Parkplatzneubauten realisiert werden. All diese Faktoren zusammen führten laut VEDA dazu, dass sich die Herstellungskosten für einen neuen Lkw-Parkplatz unterdessen auf über 80.000 Euro erhöhten.

Dagegen blieben die Parkraumpotenziale neben der Autobahn bislang völlig unbeachtet, kritisiert der Verband. Für den Ausbau bestehender bzw. den Bau neuer Autohöfe spricht aus seiner Sicht insbesondere, dass auf diesen Flächen der Bau jedes einzelnen Lkw-Stellplatzes laut VEDA bis 50.000 Euro weniger kostet als auf der Autobahn. Das soll sich für den Steuerzahler zu Einsparungen in Milliardenhöhe summieren.

Vor diesem Hintergrund hält die VEDA es für dringend notwendig, die Autohöfe jenseits der Autobahnen stärker in die Verkehrspolitik mit einzubinden. Sonst lasse sich der Parkplatznot bei Lkw auch in den nächsten Jahrzehnten nicht beikommen, argumentiert der Verband. Denn in Deutschland, dem europäischen Transitland Nr. 1, soll nach den eigenen Verkehrsprognosen des Bundes das Transportaufkommen von Lkws noch mindestens zehn Jahre lang überproportional weiter ansteigen. Das bedeutet nach den Berechnungen der VEDA, dass Jahr für Jahr mehr als 2.500 zusätzliche Lkw-Fahrer einen Schlaf- bzw. Ruheparkplatz benötigen werden. Alleine um das bereits vorhandene Defizit von mindestens 31.000 Stellplätzen abzubauen, würden auf der Autobahn bei einer jährlichen Neubauquote wie bisher – also ohne Berücksichtigung der zukünftigen Nachfrage – jedoch alleine 20 Jahre ins Land gehen, weist die VEDA auf die Konsequenzen aus ihrer neuen Studie hin.

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